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Ich weiß nicht, ob ich das schaffe

 

Es ist heute genau 6 Wochen her, dass ich am Totenbett meines Lebensgefährten saß.
In jener Woche war er auf Klassenfahrt in London mit seinem Leistungskurs. Am Sonntag zuvor hatten wir noch telefoniert, Montagmorgen hatte er dann einen schweren Herzinfarkt. Mittwoch war ich noch in London, da sah es aus, als würde er es schaffen. Er machte schon wieder Witze. Donnerstagnachmittag dann ein Anruf von ihm selbst, wo er völlig verzweifelt war und nach Hause wollte. Ich machte die Nacht durch, damit ich am nächsten Morgen meinen Flieger nicht verpassen würde. Freitag morgens war ich gerade im Zubringerbus zum Flughafen (ich wollte wieder zu ihm nach London), da rief das Krankenhaus um 3.35 Uhr an, dass ich ganz schnell kommen sollte, weil es ihm sehr sehr schlecht gehen würde. Ich habe mich wirklich beeilt, und war um 9 Uhr endlich im Krankenhaus, aber da war er schon tot. Er war schon um 4.15 Uhr gestorben infolge eines plötzlichen Blutdruckabfalls und Versagen aller Organe.
Seitdem läuft bei mir immer ab Donnerstag der gleiche Film ab. Ich erlebe immer wieder diesen Ablauf des Donnerstages und des Freitages.
Meine Trauer ist ungebrochen und ich fühle mich unendlich allein.
Ich versuche zwar, mich nach der Arbeit abzulenken, aber es kommt bei allen möglichen Kleinigkeiten hoch.
Nach Feierabend fahre ich jetzt täglich zwischen 25 und 40 km mit dem Fahrrad. Dann komme ich nach Hause und werde spätestens da von der Realität eingeholt. Wir haben nicht zusammen gewohnt, aber die Wochenenden und Urlaube (das waren so ca 7 - 8 Wochen im Jahr ,durch viele Überstunden meinerseits realisierbar) gemeinsam verbraucht. Jeden Abend haben wir ein bis zwei Stunden miteinander telefoniert, wo wir uns die ganzen Alltäglichkeiten erzählt haben, wo wir uns gegenseitig um Meinung gefragt haben, wo wir uns Halt gegeben haben, wo wir uns gegenseitig auch mal den berühmten Tritt in den Allerwertesten verpasst haben.
Und das ist alles weg. Ich kann nicht jeden Abend Freunde anrufen, so viele habe ich nicht und außerdem haben die ihr eigenes Leben.

Und das Dumme ist, ich habe das alles schonmal erlebt im zarten Alter von nicht ganz 14 Jahren. Da verstarb mein Vater zwei Tage vor Weihnachten an einem Sonntagmorgen ganz plötzlich an einem Herzinfarkt. Er war genauso alt wie mein Lebensgefährte. (Ich hatte auch immer Angst, dass das ihm mal passieren könnte.) Heulen und Jammern gab es bei meiner Mutter nicht und so habe ich damals meine ganze Trauer verdrängt. Die kam erst 25 Jahre später hoch, als ich ein Burnout hatte und schwere Depressionen.
Ich habe damals alles aufgearbeitet mit professioneller Hilfe und hatte jetzt 10 gute Jahre, in denen ich wirklich dankbar war, dass es mir wieder gut ging.

Jetzt brechen alte Wunden wieder auf und ich habe tierisch Angst, dass ich wieder so schlimm abrutsche.
Ich darf gar nicht an den November und Dezember denken mit all diesen Feier- und Gedenktagen.

 

Allein

 

Not the same procedure as every year

Am gestrigen Abend lief im Fernsehen eine Sendung über Dinner for one.

Und schon war er wieder da – der innere Schmerz.

Dieser Silvester wird anders sein:

kein nachmittäglicher Ausflug,

kein „Dinner for one“,

kein gemeinsames Abendessen,

kein Spaziergang nach dem Abendbrot,

kein gemeinsames Abhängen vorm Fernseher,

kein mitternächtliches Anstoßen auf das neue Jahr,

keine Umarmung,

kein Kuss,

keine guten Wünsche für’s neue Jahr,

kein gemeinsames Abfeuern eines Kinderfeuerwerkes,

kein gemeinsames Kuscheln auf der Couch.

Stattdessen ????????????????????????????????????????????????????

 

Es fühlt sich falsch an

Es geht vorwärts , aber es fühlt sich falsch an.

Ich lebe weiter, mache Pläne und Dinge (positive), die ich noch nie getan habe.

Ich bin fit und durchtrainiert, wie ich noch nie war.

Und doch habe ich immer wieder das Gefühl, dass ich mich einer Illusion hingebe.

Ich nutze die guten Momente, um Pläne durchzuziehen.

In der nächsten schlechten Phase befällt mich plötzlich die Angst vor dem, was ich eingefädelt habe. und möchte am

liebsten kneifen.

Wie gesagt, die guten Phasen fühlen sich falsch an.

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